Brauchen wir einen freien Sonntag?

Gegner des freien Sonntags argumentieren gerne damit, dass es um die Gesamtarbeitszeit gehe und es ja letztlich egal wäre, welcher Tag der Woche frei wäre. Das ist aber falsch. Und zwar aus mehreren Gründen.

Planbarkeit

Die meisten Familien haben nur den Sonntag als gemeinsame freie Zeit! Viele Kinder haben auch Samstags für die Schule zu tun, da bleibt nur der Sonntag als letzter Tag, den sie mit Mama, Papa oder Familie gemeinsam in Entspannung verbringen können. #allezusammen

Kosten

Die Abschaffung des arbeitsfreien Sonntags und damit verbundene De-Strukturierung der Woche bedeutet für die Gesellschaft und alle Einzelnen hohe Kosten und erheblichen Mehraufwand, zB was Kinderbetreuung, öffentliche Sicherheit etc. betrifft. #wirzahlendoppelt

Freiwillige

Viele Menschen üben am Sonntag Ehrenämter aus, gehen ihren Hobbies in Vereinen nach oder planen Veranstaltungen mit FreundInnen. Wenn auch der letzte, sichere Tag für Gemeinsames wegbricht, fallen auch diese Aktivitäten weg. Eine Einschränkung des Ehrenamtes gefährdet sozialen Zusammenhalt und Gesellschaft. So sind zB 99% der Feuerwehren in Österreich ehrenamtlich organisiert. #ihrfüruns

Umwelt

Unser Leben beruhigt sich an Sonn- und Feiertagen, damit auch der Verkehr und die Umweltbelastung. Der Verkehr ist lt. Umweltbundesamt Hauptverursacher bei den klimarelevanten Gasen. #sundays4future

Religion

Sonntag ist der Tag zum Feiern und für Gottesdienst – das gilt für sehr viele der in Österreich vertretenen Religionen und Gläubigen. Das lässt sich weder verschieben noch einfach abschaffen. #meingott

7 Erklärungen, warum wir 52 freie Sonntage im Jahr brauchen!

Der Sonntag gibt der Woche den Rhythmus. Ohne regelmäßig wiederkehrende Abläufe und Unterbrechungen wird der Mensch krank. Der Sonntag gibt der Woche den Takt an.

Der Sonntag ist Feiertag. Menschen leben nicht nur von der Arbeit. Sie brauchen auch Zeit zum Feiern.

Der Sonntag ist ein freier Tag für die ganze Gesellschaft. Die Sonntagsallianz dankt allen, die an diesem Tag arbeiten müssen, sie setzt sich aber dafür ein, dass diese Tätigkeiten Ausnahmen bleiben und Arbeit am Sonntag nicht zur Regel wird.

Der arbeitsfreie Sonntag bedeutet eine Grenze zwischen fremdbestimmter und selbstbestimmter Zeit und wirkt dem Trend entgegen, dass alle Lebenszeit zu Arbeits- und Konsumzeit wird.

Der Sonntag ist Familien- und Beziehungstag. In Zeiten zunehmender Arbeitsbelastung und flexibler Arbeitszeiten gewinnt der Sonntag als gemeinsam begangener Tag an Bedeutung. Diese Möglichkeit soll auch für die Angestellten im Einzelhandel erhalten bleiben.

Der freie Sonntag garantiert Zeitwohlstand und Lebensqualität – für den/die Einzelne/n und für die Gesellschaft. Diese Zeit mit anderen oder für sich muss nicht jedes Mal ausgehandelt werden.

Der Sonntag soll auf nationaler und auf EU-Ebene (wieder) erhalten werden. Ebenso sollen die gesetzlichen Feiertage der einzelnen Mitgliedstaaten – als Ausdruck der kulturellen und religiösen Identität – respektiert werden.

Arbeit am Sonntag als Ausnahme

Die Allianz für den freien Sonntag hat stets betont, dass es notwendige Arbeiten gibt, die auch an Sonntagen getan werden müssen. Dazu zählen insbesondere das Gesundheitswesen, Pflege, Energieversorgung, Sicherheit oder öffentlicher Verkehr. Ausnahmen von der Wochenend- und Feiertagsruhe gibt es in Österreich an der Zahl – nicht nur in den genannten gesellschaftlich notwendigen Bereichen, sondern auch für Gastronomie oder Tourismus. Ausnahmen sollten aber klar begrenzt bleiben, weil sonst tief in das gesellschaftliche Gefüge eingegriffen und die soziale Balance verändert wird.

Nicht vor der Sonn- und Feiertagsruhe Halt zu machen und sie zu „flexibilisieren“ bedeutet, die Menschen an die Bedürfnisse vermeintlicher „Märkte“ anzupassen und Profit über Leben zu stellen.

Nicht die Menschen dienen der Wirtschaft, sondern die Wirtschaft dient dem Menschen!