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Eingabe zur Arbeitszeitrichtlinie

 

Die Europäische Kommission lud zur Stellungnahme zur gesetzlichen Umsetzung der Arbeitszeitrichtlinie ein. Die Europäische Sonntagsallianz mit ihren Mitgliedsorganisationen kam dieser Aufforderung nach:

Jüngste Studien zeigen, dass atypische Arbeitszeiten, besonders am Wochenende und hier wiederum verstärkt am Sonntag, in ganz Europa im Steigen begriffen sind.
So ist dem Eurofound’s Sixth European Working Conditions Survey 2016, zu entnehmen, dass 54% zumindest an einem Wochenendtag pro Monat arbeiteten. 2015 waren es mehr als die Hälfte aller ArbeitnehmerInnen (52%), die an Samstagen arbeiteten, davon 23% an mindestens drei Samstagen pro Monat. Zumindest an einem Sonntag pro Monat arbeiteten 2015 30%, d.h. eine Zunahme von 27,5% im Jahr 2005 und 28% im Jahr 2010. 2015 arbeiteten mehr als 10% der ArbeitnehmerInnen an mindestens 3 Sonntagen pro Monat.


Dieser beständige Anstieg ist vorwiegend auf die Digitalisierung und somit die Möglichkeit jederzeit von überall arbeiten zu können, zurückzuführen. Auf EU-Ebene ist die Arbeitszeitrichtlinie das wichtigste Instrument, um Arbeitszeiten zu regulieren und gesunde Arbeitsbedingungen zu garantieren.

Der gemeinsame Bericht von ILO und Eurofound “Working anytime, anywhere: The effects on the world of work” zeigt auf, dass Informations- und Kommunikationstechnologien, die Entgrenzung von Arbeitszeit in die Privatzeit hinein begünstigen. Dies führt zu längeren Arbeitszeiten, einer Vermischung von Arbeits- und Privatzeit und endet oft in Arbeitsverdichtung.

Diese Entwicklungen belegen, dass es einen guten Ausgleich zwischen Arbeitszeit und Freizeit während der Dauer des ganzen Arbeitslebens braucht.

Die Europäische Sonntagsallianz weist auch darauf hin, dass alle EU-Mitgliedsstaaten im Jahr 1961 die Europäische Sozial-Charta unterzeichnet haben, in der das Recht auf einen wöchentlichen Ruhetag festgeschrieben ist, der so weit wie möglich mit dem im Land oder in der Region üblichen Ruhetag zusammenfallen möge. (Art 2 (5)).
Eine Orientierung zur Umsetzung der Arbeitszeitrichtlinie möge doch bitte auf dieses grundlegende europäische Dokument Bezug nehmen.
Die Europäische Sonntagsallianz begrüßt die Initiative der Kommission für eine bessere Anwendung der EU-Arbeitszeitrichtlinie. Darum möchten wir gerade in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit von guter Work-Life-Balance und gerechten und angemessenen Arbeitszeiten betonen. Andererseits wollen wir Wochenend- und besonders Sonntagsarbeit auf das Notwendigste beschränkt wissen, mit besonderem Blick auf die Sicherheit und Gesundheit aller europäischen ArbeitnehmerInnen.

In diesem Zusammenhang ersuchen wir die Europäische Kommission besonderes Augenmerk auf die psychosozialen Risiken von ArbeitnehmerInnen zu legen. Mehr denn je sind wir davon überzeugt, dass es seitens der Kommission zusätzliche Maßnahmen braucht, um gesunde und angemessene Arbeitszeiten in einem sich beständig verändernden Arbeitsmarkt für alle ArbeitnehmerInnen zu gewährleisten. Diesbezüglich sehen wir in der Wiedereinführung des Sonntagsschutzes in die EU-Gesetzgebung einen wichtigen Schritt.

 

Die Europäische Sonntagsallianz ist ein Netzwerk von nationalen Sonntagsallianzen, Gewerkschaften, Arbeitgeberorganisationen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und religiösen Gemeinschaften, die sich verpflichtet haben, bewusstseinsbildend für den Wert gemeinsamer freier Zeiten in unseren europäischen Gesellschaften zu wirken.
Gemeinsames Ziel ist die Wiedereinführung des Sonntagsschutzes in der EU-Gesetzgebung und angemessene Arbeitszeiten und eine gesunde Work-Life-Balance einzufordern.

24.3.2017
www.europeansundayalliance.eu