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Newsletter 08/2010

Inhalt:
•    Facebook Veranstaltung: Ich nicht! Einkaufen am 8. Dezember
•    PA „Wir brauchen diesen Feiertag“
•    KonsumPAUSE am 8. Dezember!


Facebook Veranstaltung: Ich nicht! Einkaufen am 8. Dezember
16.283 Menschen sagen NEIN! Ich tu was - Ich kaufe nicht am 8. Dezember ein.

„Gute Arbeit braucht Unter-Brechung. Lebensrhythmus und Lebensqualität entstehen durch Pausen und Feiertage – Auszeiten sozusagen. Das muss auch für die Handelsangestellten gelten. Wir sind zu mehr geboren als zum Shoppen und Konsumieren…“ heißt es in der Einladung, um sich an der „virtuellen Veranstaltung“ zu beteiligen. Hier noch mehr Pressemeldungen zum 8. Dezember:

PA Schon mehr als 13.000 Menschen sagen auf Facebook: Ich nicht! Einkaufen am 8. Dezember.
Allianz für den freien Sonntag Österreich: Dies zeigt, dass der Advent für viele zur hektischsten Zeit des Jahres geworden ist und deshalb Entschleunigung angesagt ist. Organisationen planen Aktionen zum gesetzlichen Feiertag am 8. Dezember.

„Immer mehr Menschen haben nicht nur nicht die Kaufkraft zum Shoppen, wie dies die Werbung suggeriert. Viele scheinen auch des vorweihnachtlichen Konsumtrubels überdrüssig zu sein. Entschleunigung ist angesagt“, so die Allianz für den freien Sonntag Österreich. Ein Hinweis darauf sind die stetig wachsenden TeilnehmerInnenzahlen der Facebook-Veranstaltung „Ich nicht! Einkaufen am 8. Dezember“. Der Kommentar einer Teilnehmerin: „Shoppen am 8.12. ist out!“. Bereits über 13.000 Menschen haben dabei zum Ausdruck gemacht, dass sie den gesetzlichen Feiertag am 8. Dezember zur Entschleunigung für sich und für die gemeinsame Zeit mit Familie und FreundInnen nützen wollen. Für viele steht die religiöse Bedeutung des Tages im Mittelpunkt.

Die Veranstaltung wurde von der Facebook-Seite „Arbeitsfreier Sonntag“ ins Leben gerufen, die eine Initiative des Social Media Projekts ThemaTisch.at der Katholischen Aktion Oberösterreich ist und in enger Kooperation mit der Allianz für den Freien Sonntag Österreich gestaltet wird. Wer mitmacht, informiert mit der Veranstaltungszusage automatisch auch seine Kontakte auf Facebook darüber. Und nicht wenige laden wiederum ihre FreundInnen und Bekannten in diesem sozialen Internetnetzwerk zur Veranstaltung ein. So verbreitet sich dieses Thema. Mitmachen können alle, die auf Facebook angemeldet sind: http://www.facebook.com/event

Zudem sind zahlreiche Aktionen unterschiedlicher Organisationen zum 8. Dezember geplant: Betriebsseelsorge-Zentren und Kath. ArbeitnehmerInnen in Oberösterreich rufen zu einem „kauf nix-Tag“ auf. In oberösterreichischen Einkaufszentren werden die MitarbeiterInnen im Handel von AktivistInnen mit kleinen Aufmerksamkeiten verwöhnt und in einer Straßenaktion werden „Gutscheine für einen Feiertag“ verteilt werden.

Die Katholische Aktion der Erzdiözese Wien macht in Inseraten und mit Plakaten aufmerksam, dass es am 8. Dezember etwas gratis gibt: Zeit. In vielen Pfarren finden Veranstaltungen in entspannter Atmosphäre statt. In Salzburg werden sich bekannte Persönlichkeiten in der Öffentlichkeit zu Wort melden und für mehr Zeitwohlstand und Lebensqualität eintreten. Im Burgenland geht von der Kath. ArbeitnehmerInnenbewegung eine Plakataktion aus. In Graz wird eine Ausstellung mit Karikaturen zum Thema Freier Sonntag eröffnet.

Neben zig-tausenden Einzelhändlern haben heuer die Lebensmittelkette BILLA und erstmals die Handelskette baumax am 8. Dezember geschlossen. Über Hunderttausende Menschen werden laut gpa-djp auch heuer am 8.12. im Handel arbeiten müssen.

In der Aussage „Ich geh nicht einkaufen. Ich möcht auch nicht am 8. arbeiten gehen, warum sollen das andere tun?“ einer Facebook-Nutzerin komme zum Ausdruck, dass immer mehr Menschen nicht nur auf sich, sondern auch auf andere schauen wollen, so die Allianz für den freien Sonntag Österreich abschließend.

Die Allianz für den freien Sonntag Österreich setzt sich für Zeitwohlstand und Lebensqualität durch gemeinsame freie Zeiten ein. Ihr gehören über 50 Organisationen aus Gewerkschaften, Zivilgesellschaft und Kirchen an. Seit Gründung der österreichischen Allianz für den freien Sonntag 2001 sind europaweit 10 Allianzen und Initiativen für den freien Sonntag entstanden, die länderübergreifend kooperieren.

www.freiersonntag.at

PA „Wir brauchen diesen Feiertag“
Katholische Aktion setzt sich für den 8. Dezember als Feiertag ein

SALZBURG (eds/wk – 6. 12. 2010) / „Wir brauchen diesen Feiertag am 8. Dezember, denn die Gesellschaft braucht Tage, an denen die Menschen gleichzeitig und verlässlich frei haben“, sagt Doris Witzmann, Präsidentin der Katholischen Aktion (KA) der Erzdiözese Salzburg. Auch heuer setzt sich die KA mit Inseraten für das Fest Mariä Empfängnis als gesetzlichen arbeitsfreien Feiertag ein und protestiert gegen die Verkommerzialisierung dieses Tages. Prominente unterstützen diese Forderung.

Die KA hält es für bedenklich, den 8. Dezember zum Tag des „Shoppingvergnügens für die ganze Familie“ zu erklären. Lebensqualität könne nicht mit Konsumanhäufung gleichgesetzt werden. Wenn gesetzliche Feiertage zu Einkaufstagen und damit für einen Teil der Bevölkerung zu Arbeitstagen umgewidmet werden, gehe ein hohes Kulturgut verloren.

„Das permanente Hamsterrad verhindert schöpferische Pausen, die die Menschen zum Auftanken und Durchschnaufen in hektischen Zeiten brauchen“, betont die KA-Präsidentin. Der Advent und der 8. Dezember würden einladen, sich Zeit zu nehmen für sich selbst, nachzudenken über Dinge, wofür sonst zu wenig Ruhe und Muße ist, Gott im  Leben aufzuspüren und Beziehungen mit anderen Menschen zu pflegen. „Bürger wehrt euch, man hat euch einen freien Tag gestohlen, der euch in der Seele wohl täte“, fordert Doris Witzmann zum Kampf für den Feiertag auf.

Die KA wolle anregen, die Adventzeit abseits des alljährlichen Stresses und des Rummels besinnlicher zu gestalten. Das große Geschenk, das ein Feiertag mit sich bringe, sei Zeit, geschenkte, unverzweckte Zeit. „Können wir sie nicht besser nützen, als für die Jagd nach Geschenken?“ gibt Witzmann zu bedenken. Die KA fragt, ob wirtschaftliche Interessen eine jahrhundertealte, gewachsene Tradition zerstören können. Es bestehe die Gefahr, dass auch andere Feiertage, wie der Neujahrstag, der Ostermontag, der 1. Mai und der 26. Oktober zu Einkaufs- und Arbeitstagen zweckentfremdet werden.

Was bedeutet das Fest „Mariä Empfängnis“?

Das Hochfest „Mariä Empfängnis“, das die Katholische Kirche am 8. Dezember feiert, ist ein oft missverstandenes Fest. Die „unbefleckte Empfängnis“ hat nämlich nichts mit der Empfängnis Jesu im Mutterleib Mariens zu tun, sondern stellt die Einzigartigkeit der Gestalt Marias, der Tochter von Anna und Joachim, in den Mittelpunkt. Es ist das Fest der Erwählung Mariens. Nach katholischem Verständnis ist Maria vom ersten Augenblick an, als sie im Leibe ihrer Mutter Anna empfangen wurde, durch die Kraft der göttlichen Gnade ein erlöster Mensch. Das heißt, Maria ist von Anfang an frei von jeder Erbschuld, da dies im Hinblick auf ihre Berufung zur Mutter Jesu angemessen und von Gott so gewollt war.


KonsumPAUSE am 8. Dezember!
Immer mehr Menschen haben genug vom vorweihnachtlichen Konsumtrubel. Dieser Eindruck entsteht beim Blick auf die Internet-Seite „Ich nicht! Einkaufen am 8. Dezember“. Der Kommentar einer Teilnehmerin: „Shoppen am 8.12. ist out!“.

Kauf nix-Tag
Betriebsseelsorge und KAB rufen zu einem „Kauf nix-Tag“ auf. Verschiedene Aktionen zum 8. Dezember sind geplant: In oberösterreichischen Einkaufszentren werden MitarbeiterInnen im Handel von AktivistInnen mit einer kleinen Aufmerksamkeit besucht und in Straßenaktionen in Linz und Wels werden Informationsmaterial, Aufkleber und „Gutscheine für einen Feiertag“ verteilt werden.
Wer Zeit und Lust hat, ist eingeladen sich am 8. 12. 2010 an der Landstraße-Ecke Mozartkreuzung in Linz an einer „Konsumpause“ zu beteiligen. „Es wird keine große spektakuläre Aktion werden. Ich werde einfach meinen Campingsessel mitnehmen, eine Thermoskanne Kaffee und Kekse und ein paar A4 Zettel mit Aufschriften wie: Was brauche ich wirklich, oder: 8. Dezember – Gönne dir einen Feiertag.“ sagt Fritz Käferböck-Stelzer vom Treffpunkt mensch & arbeit Nettingsdorf.

Aktiv im Internet
Erstmals gibt es heuer auch ein starkes Echo in der Welt des world-wide-web.
Auf Initiative des Social Media Projekts thematisch.at der KAOÖ und in enger Kooperation mit der Allianz für den freien Sonntag Österreich wurde auf der Facebook-Seite "Arbeitsfreier Sonntag" die virtuelle Veranstaltung „Ich nicht! Einkaufen am 8. Dezember“ gestartet. Bereits über 13.000 Menschen haben dabei zum Ausdruck gebracht, dass sie den gesetzlichen Feiertag am 8. Dezember zur Entschleunigung für sich und für die gemeinsame Zeit mit Familie und FreundInnen nützen wollen. Wer hier mitmacht, informiert mit der Veranstaltungszusage automatisch auch seine Kontakte auf Facebook darüber. Und nicht wenige laden wiederum ihre FreundInnen und Bekannten in diesem sozialen Internetnetzwerk zum Mitmachen ein. So verbreitet sich dieses Thema.

Neben zig-tausenden Einzelhändlern haben heuer auch große Lebensmittel- und Handelsketten am 8. Dezember geschlossen. Doch über hunderttausende Menschen werden laut gpa-djp auch 2010 am 8. Dezember im Handel arbeiten müssen.


Impuls
Wir laden ein, einen Tag innezuhalten … nachzudenken über …
… unseren Konsum und die Auswirkungen auf unseren Planeten:
20 % der Weltbevölkerung verbrauchen 86 % der weltweit natürlichen Ressourcen;
… den Einkaufswahn und dessen Auswirkungen;
… unsere Lebensqualität, unsere Wünsche, Träume und Hoffnungen;
… das eigene Lebenstempo: Wie schnell bin ich eigentlich unterwegs?
… meinen eigenen Beitrag zu diesen Verhältnissen und
meinen Veränderungsmöglichkeiten.
Quelle: www.dioezese-linz.at/redaktion