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PA: Bischof Alois Schwarz: "Lebe einmal! Dann leiste"

Utl.: Festakt „15 Jahre Allianz für den freien Sonntag Österreich“ – Brantner (ÖGB): Auch in Zukunft solidarisch für den freien Sonntag eintreten. (25.10.2016)

Am 24.10.2016, 11- 13 Uhr, fand der Festakt „15 Jahre Allianz für den freien Sonntag Österreich“ in Erzbischöflichen Palais in Salzburg statt, bei dem die Bedeutung des arbeitsfreien Sonntags für Mensch und Gesellschaft hervorgehoben wurde. Von 14-16.00 Uhr wurde die Vollversammlung der Allianz für den freien Sonntag Österreich, einem breiten gesellschaftlichen Bündnis von über 50 Organisationen, abgehalten.

Franz Georg Brantner, der gewerkschaftliche Sprecher der Allianz für den freien Sonntag Österreich, erinnerte daran, dass in den letzten 15 Jahren seit Gründung der Allianz kein Jahr vergangen sei, in dem es keine Angriffe auf den arbeitsfreien Sonntag gegeben habe. Er brachte auch Highlights wie die Gründung der Europäischen Sonntagsallianz oder an eine Urabstimmung unter Handelsangestellten, die gezeigt habe, dass über 90% nicht bereit sind, am Sonntag zu arbeiten, in Erinnerung. Brantner: „Auch in Zukunft müssen wir solidarisch und in derselben Quantität und Qualität wie bisher für den arbeitsfreien Sonntag engagiert sein.“

 

Bischof Alois Schwarz, der kirchliche Sprecher der Allianz für den freien Sonntag Österreich (und in der röm-kath. Bischofskonferenz für die Themen Wirtschaft, Soziales, Landwirtschaft und Umwelt zuständig), widersprach in seiner Festrede einem bekannten Werbeslogan und forderte dazu auf, diesen wie folgt umzudrehen: „Geht´s den Menschen gut, geht´s der Wirtschaft gut“. Der Sonntag sei, so Schwarz ein „Protest gegen die Versklavung des Menschen“ und gegen die „Ausbeutung der Schöpfung“, die am  7. Tag vollendet worden sei.  Bereits in den Büchern Mose sei mit dem Sabbatgesetz „eine neue Gesellschafts-Ordnung“ etabliert worden. Die Botschaft des arbeitsfreien Sonntag laute „Lebe einmal! Dann leiste.“ Schwarz zur Idee des freien Sonntags: „Wir dürfen da sein, uns ausruhen.“ Der Sonntag bedeute dabei nicht bloß ein „frei von“, sondern vor allem ein „frei für – frei für die Menschen“.

Schwarz erinnerte daran, dass auch Papst Franziskus ein „leidenschaftlicher Befürworter“ des freien Sonntags sei. Schwarz zitierte auch den Hirtenbrief der österreichischen katholischen Bischöfe von 2001, in dem die Bischöfe „Klartext sprechen“ und ein „klares Muss“ formulieren: Sonn- und Feiertage müssen demnach garantiert werden und sind keine bloße Soll-Bestimmung.

Hannes Kreller (KAB Deutschland und Deutsche Sonntagsallianz) betonte in seinem Statement, dass die österreichische Sonntagsallianz die „Blaupause“ für die deutsche Allianz für den freien Sonntag gewesen sei. Heute seien über 100 Regionalgruppen in Deutschland aktiv, die laufend und erfolgreich Widerstand gegen „verkaufsoffene Sonntage“ leisten. Jüngst konnte anlässlich der Frankfurter Buchmesse beabsichtigten „verkaufsoffenen Sonntagen“ Einhalt geboten werden. Grundlage dafür sei ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das von den Kirchen in Deutschland erwirkt worden war. In diesem werde festgestellt, dass der freie Sonntag mehr wiegt als bloße Umsatz- und Konsuminteressen. Kreller warnte davor, den freien Sonntag lediglich im Zusammenhang mit den Ladenöffnungszeiten zu diskutieren. Erwerbsarbeit und auch Freizeit verändern sich momentan massiv. Nicht nur infolge der Digitalisierung (Stichwort crowd work etc.) passiere eine beispiellose Entgrenzung von Arbeit und Freizeit.

Bischof em. Maximilian Aichern (früherer Sozialbischof der römisch-kath. Kirche), auf dessen Initiative zunächst eine Allianz für den freien Sonntag in Oberösterreich entstanden war und dann auf Österreich-Ebene, erinnerte daran, dass der freie Sonntag „das älteste Sozialgesetz der Welt“ sei. Die Allianz für den freien Sonntag habe stets den Dialog auf den verschiedenen Ebenen gesucht – von der Länderebene bis hinauf zur EU-Ebene. Er erinnerte an Gespräch mit Jacques Delors, Jacques Santer oder Romani Prodi in seiner Amtszeit. Von Seiten der SozialministerInnen in Österreich hätte es immer Gehör für das Anliegen des freien Sonntags gegeben – leider immer mehr als bei den Wirtschaftsministern. Der Allianz für den freien Sonntag Österreich wünschte Aichern: „dass ihr mit derselben Kraft weiterarbeitet als bisher“.

Beim Festakt kamen auch VertreterInnen der 2015 bzw. 2016 neu gegründeten Länder-Allianzen für den freien Sonntag in Tirol und Vorarlberg und die Wiener Sonntagsallianz zu Wort. In Salzburg habe laut Michael Huber (GPA-djp) eine Umfrage unter den Handelsangestellten gezeigt, dass selbst 75% derjenigen, die bereits am Sonntag im Handel wegen Tourismusregelungen arbeiten müssen, Sonntagsarbeit ablehnen. Zu 80% werde als Grund das Familienleben angeführt, das zu kurz komme. Philipp Kuhlmann (Katholische ArbeitnehmerInnen Bewegung) betonte, dass das heiß diskutierte Thema Tourismuszonen in Wien deshalb so bedeutend sei, weil Tourismuszonen im städtischen Gebiet schwer zu definieren seien. Niemandem sei erklärbar, warum im Falle der Etablierung von solchen Zonen, die eine Straßenseite am Sonntag die Geschäfte offen haben kann und die andere nicht, so der Sprecher der Wiener Sonntagsallianz Kuhlmann.

Am Festakt „15 Jahre Allianz für den freien Sonntag Österreich“ nahmen u.a. hochrangige VertreterInnen aus den Bereichen Kirchen, ArbeitnehmerInnen-Vertretungen und Zivilgesellschaft teil: Erzbischof Franz Lackner (Salzburg), Bischof Alois Schwarz (Kärnten), Bischof Andrej (serbisch-orthodoxe Kirche Österreich-Schweiz-Italien-Malta), Superintendent Olivier Dantine (Salzburg), Superintendent Hansjörg Lein (Wien), Franz Georg Brantner (ÖGB), Günther Trausznitz (FCG GPA-djp), Oliver Jonischkeit (GLB, Gewerkschaftlicher Linksblock), Sabine Eiblmaier (Zentral­betriebsrats­vorsitzende Interspar), Bischof em. Maximilian Aichern, Bischof em. Ludwig Schwarz, Friedrich Macher (Unternehmer), Elisabeth Maier (Katholische Aktion Salzburg), Veronika Pernsteiner (Kath. Frauenbewegung Österrreichs), Magdalena Holztrattner (Kath. Sozialakademie Österreichs), Abtpräses Christian Haidinger (Ordensgemeinschaften Österreich) uvam.

Im Rahmen der Vollversammlung der Allianz für den freien Sonntag Österreich wurde die Katholische Frauenbewegung Österreichs – die mitgliederstärkste Frauenorganisation in Österreich – als neues Mitglied aufgenommen. Vorsitzende Veronika Pernsteiner betonte, dass besonders Frauen im Handel beschäftigt seien und daher von Öffnungszeiten am Sonntag betroffen wären.

Die Allianz für den freien Sonntag Österreich wurde 2001 gegründet und setzt sich für gemeinsame freie Zeiten und damit für mehr Zeitwohlstand und Lebensqualität in der Gesellschaft ein. Dem breiten Bündnis gehören über 50 Organisationen an: aus dem Familien-, Kinder- und Jugendbereich, zivilgesellschaftliche Vereine und Freiwilligenorganisationen, Kirchen und Gewerkschaften.

 

vlnr.: Bischof em. Maximilian Aichern, Bischof em. Ludwig Schwarz, Bischof Alois Schwarz, Bischof Andrej
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vlnr.: Franz Georg Brantner (Sprecher), Eva Oberhauser und Veronika Pernsteiner (kfbö), Bischof Alois Schwarz (Sprecher)
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vlnr.: Bischof Alois Schwarz, Franz Georg Brantner,
Sprecher der Allianz für den freien Sonntag Österreichs
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vlnr.: Bischof Alois Schwarz, Franz Georg Brantner,
Sprecher der Allianz für den freien Sonntag Österreichs
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Fotocredit: © Karoline Bloderer
weitere Fotos auf: www.facebook.com/arbeitsfreier.sonntag