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Stellungnahme zu Initiativantrag
zu Sonn- und Feiertagsarbeit

Erarbeitet von der Allianz für den freien Sonntag

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PA: Protest gegen Sonntags Shopping am Bahnhof

Katholische Aktion, "Ökumenischer Arbeitskreis" und die "Allianz für den freien Sonntag" stellen sich gegen das geplante Vorhaben von LR Walter Blachfellner (SPÖ)

SALZBURG (eds - 23.05.2012) / Die Katholische Aktion (KA), alle christlichen Kirchen des "Ökumenischen Arbeitskreises Salzburg" sowie die "Allianz für den freien Sonntag" protestieren energisch gegen die geplante Sonntagsöffnung eines Supermarktes am Salzburger Hauptbahnhof.

"Unsere Begründung leitet sich in erster Linie aus dem gesellschaftlichen Wert des Sonntags als geschützter Freiraum für Familie und Beziehung und gegen fremdbestimmte Arbeits- und Konsumzwänge ab. Österreich hat beim Kampf um diesen Wert eine europaweit geschätzte Vorreiterrolle; die dürfen wir nicht aufgeben", sagt Doris Witzmann, Präsidentin der Katholischen Aktion in der Erzdiözese Salzburg.

Die Argumentation der Gegner der Sonntagsöffnung lautet:

*  Es ist verständlich und wünschenswert, dass sich Reisende am Bahnhof
mit Proviant eindecken können. Hierzu gibt es eine gültige und
funktionierende Regelung, die die Größe des Marktes auf 80 qm
festlegt und die Öffnung zum Verkauf von Reiseproviant sonntags
erlaubt. Es gibt keinen "besonderen regionalen Bedarf", davon
abzugehen!
*  Dass im neuen Hauptbahnhof nun ein Supermarkt mit der mindestens
fünffachen Größe und Öffnungszeiten von 08.00 - 23.00 Uhr notwendig
sei, ist nicht einzusehen. Das Sortiment wird bei einer solchen
Ladengröße weit über das hinausgehen, was als Reiseproviant
bezeichnet wird.
*  Dies bedeutet eine eindeutige Verletzung der bisherigen Regelungen zu
Größe, Öffnungszeit und Sortiment und kann nur verstanden werden als
ein geplanter Angriff auf den gesellschaftlichen Konsens, der den
Sonntag als arbeits- und konsumfreien gemeinsamen Feiertag definiert
und wie er auch in der Salzburger Landesverfassung seinen
Niederschlag findet.
*  Die Argumentation, ein 385 qm großer Supermarkt am Hauptbahnhof sei
ein Beitrag zum Umweltschutz und führe zum verstärkten Umstieg vom
Auto in die Bahn, ist eine zynische Beleidigung all derer, die sich
mit glaubwürdigen Argumenten um den Umweltschutz bemühen.  Ein
solcher Markt - mittlerweile ist sogar ein "Vollsortimenter" mit 600
qm Verkaufsfläche nicht mehr auszuschließen! - zieht
Sonntags-Konsumenten an, die jedoch nicht mit der Bahn, sondern mit
dem Auto den einzigen, geöffneten Supermarkt der Stadt anfahren. Das
ist eine Wettbewerbsverzerrung, die andere Konzerne auszugleichen
versuchen werden. Das wollen wir nicht!
*  Die Entscheidung LR Blachfellners lässt sich nur aus mangelnder
Widerstandskraft politischer Entscheidungsträger gegenüber dem
Großkonzern erklären, nicht aber aus dem Engagement für das Wohl und
die Lebensqualität von Bürgerinnen, Bürgern und Beschäftigten in
dieser Stadt. Wir fordern die Gewerkschaft ,GPA-djp' auf, einem
solchen Dammbruch nicht die erkämpften Rechte der Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter im Einzelhandel zu opfern.


"Der Sonntag soll für alle Österreicher ein Feiertag bleiben, ein
Familien- und Beziehungstag, der den gesetzlichen Schutz vor dem sonst übermächtigen Arbeits- und Konsumdruck genießt", sagt Doris Witzmann.