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10 Jahre Allianz für den freien Sonntag

Im Oktober 2001 wurde die bundesweite Allianz für den freien Sonntag Österreich gegründet. 10 Jahre später ist das Anliegen topaktuell: den freien Sonntag und damit Zeitwohlstand und Lebensqualität durch gemeinsame freie Zeiten zu sichern.
Das Jubiläum wird mit einem Festakt im Parlament – unter dem Ehrenschutz von Bundespräsident Heinz Fischer - am 18.10. begangen, in einzelnen Bundesländern finden weitere Events statt.

Zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens werden an diesen Ereignissen teilnehmen: darunter der 2. Nationalratspräsident Fritz Neugebauer, die Sprecher der Allianz für den freien Sonntag Diözesanbischof Ludwig Schwarz (Österr. Bischofskonferenz) und Franz Georg Brantner (GPA-djp), Präsident Erich Foglar (ÖGB), Oberkirchenrätin Hannelore Rainer (Evang. Kirche A.B.), Elisabeth Wöran (GF. Plattform für Alleinerziehende), Hannes Kreller (deutsche Allianz für den freien Sonntag) und Fabrice Warneck (Europ. Handelsgewerkschaften).

Die Allianz für den freien Sonntag ist zur Erfolgsgeschichte geworden:
Wer hätte gedacht, dass es möglich ist – entgegen dem Trend zu Prekarisierung und Individualisierung – 52 freie Sonntage im Jahr sicher zu stellen? Gleichzeitig hat die Allianz immer betont, dass es Lebensbereiche gibt, in denen Sonntagsarbeit unverzichtbar ist, wie im Gesundheitswesen oder im öffentlichen Verkehr.

Wer hätte gedacht, dass es über 50 unterschiedlichen Organisationen gelingen würde,
• übliche (historische) Grenzziehungen (wie ArbeitnehmerInnen, Kirchen) zu überschreiten und
• unterschiedliche soziale Milieus (soziale Bewegungen, Kirchen, Gewerkschaften) sowie
• divergierende Interessenlagen (Arbeit und Wirtschaft) zu verbinden?

Heute gehören der Allianz für den freien Sonntag Österreich Kirchen, Gewerkschaften sowie Organisationen aus der Zivilgesellschaft an. Die Sonntags-Allianz vereint so unterschiedliche Institutionen und Bewegungen wie ATTAC, alpine Vereine, Kinder- und Jugendorganisationen, die Katholische ArbeitnehmerInnen Bewegung, den Österreichischen Gewerkschaftsbund, die christlichen Kirchen, die Plattform für Alleinerziehende oder neuerdings den Europäischen Verband christlicher Studentenverbände.
Wer hätte gedacht, dass der Funken von Österreich auf andere Länder in Europa überspringt und zahlreiche Initiativen und Allianzen für den freien Sonntag gegründet werden? Und das mit Erfolg: In Polen etwa konnten 14 freie Sonntag (vorher Null) erkämpft werden. Seit Juni existiert sogar eine Europäische Allianz für den freien Sonntag, die European Sunday Alliance.

Auch nach 10 Jahren bleiben die Herausforderungen. Gemeinsam wird sich die Allianz für den freien Sonntag für diese Ziele einsetzen:
- für den Schutz des freien Sonntags vor schleichender Aushöhlung durch Politik und Wirtschaft
- die Förderung von Zeitwohlstand und Lebensqualität
- Schaffung öffentlichen Bewusstseins für die Bedeutung des Wertes gemeinsamer freier Zeiten im Gegensatz zu rein individualisierten Zeiten
- dem Trend entgegenzuwirken, dass alle Lebenszeit zu Arbeits- und Konsumzeit wird.

Die Allianz für den freien Sonntag wird weiterhin gefragt sein, wenn es darum geht, Zeitwohlstand und Lebensqualität für möglichst viele Menschen zu garantieren.
Newsletter, Informationen und Unterstützungsmöglichkeit:
www.freiersonntag.at

Fotos (.zip) aus der Geschichte der Sonntagsallianz downloaden ... (bei Problemen: rechte Maustaste, Ziel speichern unter ...)


Kleine Chronologie:

  • 1997 Gründung der Oberösterreichischen Allianz für den freien Sonntag, in der Folge Gründung von Sonntags-Allianzen in den einzelnen Bundesländer.
  • 1998 Katholische ArbeitnehmerInnen-Bewegung (KAB) und Bischof Maximilian Aichern übergeben 269.057 Unterschriften für den freien Sonntag an die MinisterInnen Hostasch und Farnleitner
  • 2001 Mehrere Bundesländern nehmen „Freien Sonntag“ in die Landesverfassung auf
  • 2001 Gründung der Allianz für den freien Sonntag Österreich durch die Bundesländer-Allianzen, Kirchen und kirchliche Organisationen (Anglikan., Röm.-kath., Evang. A.B. und H.B., Evang.-Method.), ÖGB und Bundesarbeiterkammer
  • 2002: Sensibilisierungs-Kampagne „Schneller leben? Lebensqualität durch gemeinsame freie Zeit“
  • 2002/2003 Jugendorganisationen lancieren Kampagne „Free Sunday“
  • 2003 Im Regierungsprogramm wird ein Passus zum freien Sonntag aufgenommen
  • 2003 Enquete im Sozialministerium „Gemeinsame freie Zeit für Familien“
  • 2003 Freier Sonntag ist Forderung im „Sozialwort der 14 christlichen Kirchen in Österreich“
  • 2003 Öffnungszeitengesetz: „Ladenschluss. Ohne Ende“
  • 2004 Fest für den freien Sonntag in Kittsee wird wichtiger Impuls für zentral-europäische Vernetzung
  • 2006 Erfolgreicher Widerstand gegen Öffnung des SPAR-Marktes an Sonntagen auf dem neu erbauten Linzer Bahnhof
  • 2006 Mehrheit der EinzelhändlerInnen in Wien gegen neue Tourismusregelung
  • 2006 Sämtliche wahlwerbende Gruppen für freien Sonntag
  • 2006 Erstmals gemeinsamer öffentlicher Auftritt von deutscher und österreichischer Sonntags-Allianz
  • 2007 Regierungsprogramm: Ausweitung der Ladenöffnungszeiten – Sonntag ausgenommen
  • 2007 Sonntagsallianz kritisiert Forderungen nach Sonntags-Öffnung bei Events wie EURO 2008 oder
    Linz-Europäische Kulturhauptstadt 2009
  • 2007 Papst betont Wert des Sonntags bei Österreich-Besuch
  • 2008 Erster SonntagsWochenkalender
  • 2008 Enquete im Sozialministerium: „Prekäre Zeiten“
  • 2008 Plakataktion „Freier Sonntag - gemeinsam eine gute Zeit haben“
  • 2009 Dossier „Prekäre Zeiten für Frauen“
  • 2009 Intensive Medienarbeit zum Internationalen Tag des freien Sonntags (3. März)
  • 2009 Unterstützung der Initiative von EU-ParlamentarierInnen zum Schutz des arbeitsfreien Sonntags
  • 2010 Beteiligung an der ersten europäischen Konferenz zum Schutz des arbeitsfreien Sonntags
  • 2011 SonntagsWochenKalender
  • 2011 Gründung der Europäischen Sonntagsallianz („European Sunday Alliance“)
  • 2011 Festakt 10 Jahre Allianz im Parlament (18.10.)